verschiedene Pflanzen mit verschiedenen PH Wer vorlieben

pH-Wert Pflanzen Tabelle – Werte für 60+ Arten

Du gießt regelmäßig, düngst brav alle zwei Wochen – und trotzdem bekommt deine Pflanze gelbe Blätter. In vielen Fällen liegt das Problem nicht am Dünger selbst, sondern am pH-Wert im Substrat. Stimmt der nicht, kann die Pflanze bestimmte Nährstoffe schlicht nicht aufnehmen – egal wie viel du nachdüngst. Die Tabellen in diesem Artikel zeigen dir den optimalen pH-Bereich für über 60 Pflanzenarten: Zimmerpflanzen, Gartenpflanzen, Kräuter und Gemüse.

  • Die meisten Zimmerpflanzen: pH 5,5–6,5 (leicht sauer)
  • Moorbeetpflanzen (Azalee, Hortensie): pH 4,0–5,5
  • Kakteen & Sukkulenten: pH 6,0–7,0
  • Gemüse & Kräuter: pH 6,0–7,0
  • Wichtig: Schon 0,5 pH-Punkte daneben können Eisenmangel oder Kalziumblockaden auslösen

pH-Wert Zimmerpflanzen – die große Tabelle

Die meisten tropischen Zimmerpflanzen bevorzugen einen leicht sauren pH zwischen 5,5 und 6,5. Das hat einen einfachen Grund: In tropischen Böden waschen starke Regenfälle Kalk aus, der Boden wird von Natur aus sauer. Deine Zimmerpflanzenerde sollte diesen Ursprung widerspiegeln.

Aber nicht jede Pflanze tickt gleich. Philodendren mögen es saurer als Kakteen, und Orchideen haben nochmal andere Ansprüche. Deshalb hier die Werte im Detail.

Pflanze Optimaler pH-Wert Substrat-Empfehlung
Monstera 5,5–6,5 Blumenerde mit Perlite und Pinienrinde
Philodendron 5,0–6,0 Humusreiche, lockere Erde
Efeutute (Epipremnum) 5,5–6,5 Universalerde mit Perlite
Bogenhanf (Sansevieria) 5,5–7,0 Kakteenerde oder sandige Mischung
Einblatt (Spathiphyllum) 5,5–6,5 Humusreich, gleichmäßig feucht
Gummibaum (Ficus elastica) 5,5–6,5 Durchlässige Standarderde
Geigenfeige (Ficus lyrata) 5,5–6,5 Blumenerde mit 20 % Perlite
Birkenfeige (Ficus benjamina) 5,5–6,5 Leicht saure Universalerde
Calathea 5,5–6,5 Lockere Erde, torfreduziert
Alocasia 5,5–6,5 Blumenerde mit Sand oder Perlite
Drachenbaum (Dracaena) 6,0–6,5 Leicht saure Standarderde
Yucca 6,0–7,0 Durchlässig, leicht sandig
Elefantenfuß (Beaucarnea) 5,5–6,0 Kakteenerde
Goldfruchtpalme (Dypsis) 5,5–6,5 Palmenerde, gut drainiert
Schefflera 5,5–6,5 Lockere Blumenerde
Farn (diverse Arten) 5,0–6,0 Humusreich, feucht, sauer
Orchidee (Phalaenopsis) 5,5–6,5 Orchideensubstrat (Rinde)
Azalee 4,0–5,5 Rhododendronerde (sauer)
Hortensie (Hydrangea) 4,5–5,5 Rhododendronerde
Alpenveilchen (Cyclamen) 5,5–6,5 Humusreiche Erde
Weihnachtsstern (Euphorbia) 5,5–6,5 Durchlässige Blumenerde
Sukkulenten (allgemein) 6,0–7,0 Kakteenerde mit Sand/Perlite
Kakteen (allgemein) 5,5–6,5 Mineralisches Kakteensubstrat
Peperomia 5,5–6,5 Lockere Erde mit Perlite
Grünlilie (Chlorophytum) 6,0–7,0 Standard-Blumenerde
Zamioculcas (Glücksfeder) 6,0–7,0 Kakteenerde, wenig gießen
Fleischfressende Pflanzen 3,5–5,0 Torf-Sand-Gemisch, kein Dünger
Geldbaum (Crassula) 6,0–6,5 Sukkulentenerde, gut drainiert
Strelitzie 5,5–6,5 Nährstoffreiche Erde mit Drainage
Kentia-Palme 5,5–6,5 Palmenerde
Begonie 5,5–6,5 Humusreiche, lockere Erde

Was auffällt: Der Bereich 5,5–6,5 kommt bei tropischen Zimmerpflanzen am häufigsten vor. Wenn du Standard-Blumenerde aus dem Baumarkt kaufst, liegt die meistens bei pH 5,5–6,0 – das passt für die Mehrheit deiner Pflanzen. Problematisch wird es erst bei Extremen: Fleischfressende Pflanzen brauchen extrem saures Substrat unter pH 5,0, während ein Bogenhanf auch mit neutralem Boden klarkommt.

pH-Wert Gartenpflanzen, Gemüse und Kräuter – Tabelle

Im Garten sind die pH-Unterschiede zwischen den Pflanzengruppen deutlich größer als bei Zimmerpflanzen. Heidelbeeren wollen sauren Boden unter pH 5,0 – Lavendel steht lieber auf kalkhaltigem Boden über pH 7,0. Wer beides im selben Beet pflanzt, macht garantiert eine der beiden Pflanzen unglücklich.

Pflanze / Gruppe Optimaler pH-Wert Bodentyp
Gemüse
Tomaten 6,0–6,8 Humusreich, nährstoffreich
Kartoffeln 5,0–6,0 Leicht sauer, locker
Gurken 6,0–7,0 Nährstoffreich, feucht
Zucchini 6,0–7,5 Humusreich
Möhren 5,5–6,8 Sandig-locker
Salat 6,0–7,0 Feucht, nährstoffreich
Kohl (diverse) 6,5–7,5 Schwer, lehmig, kalkhaltig
Erbsen 6,0–7,5 Lehmig bis sandig
Radieschen 5,5–7,0 Locker, sandig
Zwiebeln 6,0–7,0 Durchlässig
Kräuter
Basilikum 5,5–6,5 Humusreich, warm
Rosmarin 6,0–7,5 Kalkhaltig, durchlässig
Thymian 6,0–8,0 Mager, kalkhaltig
Petersilie 6,0–7,0 Nährstoffreich
Minze 6,0–7,0 Feucht, humusreich
Lavendel 6,5–8,0 Kalkhaltig, mager, trocken
Schnittlauch 6,0–7,0 Feucht, nährstoffreich
Obst & Beeren
Erdbeeren 5,5–6,5 Humusreich, leicht sauer
Heidelbeeren 4,0–5,0 Moorboden, sehr sauer
Himbeeren 5,5–6,5 Humusreich, locker
Apfelbaum 6,0–7,0 Tiefgründig, lehmig
Kirschbaum 6,0–7,5 Durchlässig, kalkverträglich
Zierpflanzen Garten
Rhododendron 4,5–5,5 Moorbeeterde, sauer
Rosen 6,0–7,0 Lehmig-humusreich
Hortensien (blau) 4,0–4,5 Aluminiumhaltig, sehr sauer
Hortensien (rosa) 6,0–6,5 Neutral bis leicht sauer
Buchsbaum 6,5–7,5 Kalkhaltig, lehmig
Magnolie 5,0–6,5 Humusreich, sauer

Besonders spannend bei Hortensien: Die Blütenfarbe hängt direkt vom pH-Wert ab. Bei pH unter 4,5 und vorhandenem Aluminium im Boden färben sich die Blüten blau. Über pH 6,0 werden sie rosa. Wer blaue Hortensien will, muss den Boden gezielt sauer halten.

Warum ist der pH-Wert für Pflanzen so wichtig?

Der pH-Wert entscheidet darüber, welche Nährstoffe deine Pflanze tatsächlich aufnehmen kann. Das ist der Kern des Problems – und der Grund, warum Düngen allein manchmal nichts bringt.

Im Bereich von pH 5,5–6,5 sind die meisten Makro- und Mikronährstoffe gleichzeitig verfügbar: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Eisen, Mangan, Zink. Verschiebt sich der Wert nach oben (alkalisch), wird vor allem Eisen im Boden gebunden – die Pflanze kann es nicht mehr aufnehmen. Die Folge: Chlorose, also gelbe Blätter mit grünen Adern. Verschiebt sich der Wert nach unten (zu sauer), werden Aluminium und Mangan in toxischen Mengen freigesetzt.

pH-Bereich Nährstoff-Verfügbarkeit Typisches Problem
Unter 4,5 Aluminium- und Mangantoxizität Wurzelschäden, braune Blattränder
4,5–5,5 Eisen und Mangan gut, Phosphor eingeschränkt Für Moorbeetpflanzen optimal
5,5–6,5 Optimale Verfügbarkeit aller Nährstoffe Sweetspot für die meisten Pflanzen
6,5–7,5 Kalzium und Magnesium gut, Eisen eingeschränkt Chlorose bei empfindlichen Arten
Über 7,5 Eisen, Mangan, Zink stark blockiert Starke Chlorose, Wachstumsstopp

Merke dir diese Faustregel: Wenn deine Pflanze trotz regelmäßigem Düngen Mangelerscheinungen zeigt, prüfe zuerst den pH-Wert – nicht die Düngermenge.

pH-Wert im Substrat messen – drei Methoden im Vergleich

Ein pH-Test dauert keine fünf Minuten und kostet zwischen 1 und 30 Euro. Es gibt keinen Grund, den Wert nicht zu kennen. Hier die drei gängigsten Methoden.

Methode Kosten Genauigkeit Für wen?
pH-Teststreifen ca. 5–10 € (100 Stk.) ±0,5 pH Schneller Check, Anfänger
Bodentest-Kit (z. B. Neudorff) ca. 8–15 € (8 Tests) ±0,3 pH Genauer, gut für Gartenbeete
Digitaler pH-Meter ca. 15–40 € ±0,1 pH Hydrokultur, häufiges Messen

So misst du den pH-Wert deiner Zimmerpflanzenerde:

Nimm einen Esslöffel Erde aus 3–5 cm Tiefe (nicht von der Oberfläche). Mische die Erde mit der gleichen Menge destilliertem Wasser in einem sauberen Glas. Umrühren, 5 Minuten stehen lassen. Dann den Teststreifen oder das Messgerät in die klare Flüssigkeit halten. Wichtig: Leitungswasser verfälscht das Ergebnis, weil es selbst einen pH von 7,0–8,5 haben kann.

Wie oft messen? Alle 3–4 Monate reicht bei den meisten Zimmerpflanzen. Wer mit Hydrokultur-Dünger arbeitet, sollte häufiger prüfen – die Nährlösung kann den pH schnell verschieben.

pH-Wert korrigieren – so senkst oder erhöhst du ihn

Der pH-Wert ist zu hoch oder zu niedrig – was jetzt? In den meisten Fällen lässt sich das mit einfachen Mitteln korrigieren. Aber Vorsicht: Zu viel auf einmal schadet mehr als ein leicht falscher pH.

pH-Wert senken (Boden saurer machen)

Mittel Dosierung Wirkung Geeignet für
Regenwasser zum Gießen Dauerhaft verwenden Langsam, schonend Zimmerpflanzen, Garten
Rhododendronerde untermischen 20–30 % beim Umtopfen Sofort, hält Monate Moorbeetpflanzen, Hortensien
Schwefelblüte 1–3 g pro Liter Substrat Langsam (Wochen), nachhaltig Gartenbeete
Essigwasser 2–3 EL auf 5 L Wasser Schnell, aber kurzfristig Notlösung, max. alle 2–3 Monate
Kaffeesatz Dünn einarbeiten Minimal, lokal Nur Gartenbeete (schimmelt im Topf)

Kaffeesatz wird oft als pH-Senker empfohlen – in der Praxis bringt er bei Zimmerpflanzen wenig. Er schimmelt in feuchter Topferde und senkt den pH nur minimal und ungleichmäßig. Im Gartenbeet ist er als Mulchschicht brauchbar, aber kein gezieltes Korrekturmittel.

pH-Wert erhöhen (Boden alkalischer machen)

Kohlensaurer Kalk (Gartenkalk) ist das Standardmittel. Dosierung im Garten: 100–200 g pro Quadratmeter bei leichten Böden, 200–400 g bei schweren Lehmböden. Im Topf: Besser beim Umtopfen ein kalkhaltigeres Substrat verwenden oder einen Esslöffel mineralisches Substrat mit hohem pH untermischen.

Wie schnell wirkt die Korrektur? Mit Kalk dauert es 4–6 Wochen, bis sich der pH stabilisiert. Rhododendronerde wirkt beim Umtopfen sofort. Schwefelblüte braucht Wochen, weil Bodenbakterien den Schwefel erst in Säure umwandeln müssen – unter 10 °C funktioniert das kaum.

Wann der pH-Wert die falsche Fährte ist

Nicht jedes Pflanzenproblem liegt am pH-Wert. Bevor du anfängst, den Boden zu korrigieren, schließe die häufigeren Ursachen aus.

Gelbe Blätter? In 8 von 10 Fällen ist es Übergießen, nicht der pH-Wert. Braune Blattspitzen? Meistens zu trockene Luft. Kein Wachstum im Winter? Normal – die meisten Zimmerpflanzen ruhen zwischen November und Februar, egal bei welchem pH.

pH-Korrekturen machen nur dann Sinn, wenn du den Wert tatsächlich gemessen hast und er deutlich außerhalb des Toleranzbereichs liegt (mehr als 1,0 Punkte daneben). Ein pH von 6,2 statt 5,8 ist kein Grund zum Handeln. Ein pH von 7,5 bei einem Farn schon.

Auch beim Umtopfen gilt: Frische Zimmerpflanzenerde hat fast immer einen pH zwischen 5,5 und 6,5. Wer alle 1–2 Jahre umtopft, korrigiert den pH automatisch mit. Gezieltes Eingreifen ist nur nötig bei Spezialfällen wie fleischfressenden Pflanzen, Hortensien oder Moorbeetpflanzen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum pH-Wert bei Pflanzen

Welchen pH-Wert hat normale Blumenerde?

Standard-Blumenerde aus dem Baumarkt liegt meistens bei pH 5,5–6,0. Torffreie Erden sind oft etwas höher (pH 6,0–6,8), weil Kompost und Kokosfaser neutraler reagieren als Torf. Für die meisten Zimmerpflanzen passt beides.

Verändert sich der pH-Wert im Topf mit der Zeit?

Ja. Durch Gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser steigt der pH langsam an – in Regionen mit hartem Wasser (über 14 °dH) kann der pH innerhalb eines Jahres um 0,5–1,0 Punkte steigen. Regenwasser oder gefiltertes Wasser bremst diesen Effekt.

Kann ich den pH-Wert mit Essig dauerhaft senken?

Nein. Essig senkt den pH kurzfristig (einige Tage bis Wochen), aber der Effekt ist nicht nachhaltig. Bei zu häufiger Anwendung schädigst du die Bodenbiologie. Für eine dauerhafte Senkung ist Rhododendronerde, Schwefelblüte oder saurer Torf besser geeignet.

Warum werden meine Hortensien nicht blau?

Blaue Hortensienblüten entstehen nur, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Der pH-Wert muss unter 4,5 liegen und Aluminium muss im Boden verfügbar sein. Aluminium wird erst unter pH 5,0 pflanzenverfügbar. In neutralem oder kalkhaltigem Boden blühen Hortensien immer rosa – unabhängig von der Sorte.

Brauchen Orchideen besondere pH-Werte?

Orchideen der Gattung Phalaenopsis bevorzugen pH 5,5–6,5. Da sie in Rindensubstrat wachsen und nicht in Erde, ist der pH meist kein Problem. Frische Pinienrinde hat von Natur aus einen pH um 4,5–5,5, der im Laufe der Zersetzung leicht ansteigt. Beim regelmäßigen Wässern mit Leitungswasser kann der pH allerdings über 6,5 steigen.

Wie beeinflusst Perlite den pH-Wert?

Perlite ist pH-neutral (ca. 7,0) und verändert den pH-Wert des Substrats kaum. Es verbessert die Drainage und Belüftung, hat aber keinen säuernden oder kalkenden Effekt. Deshalb eignet es sich als Zuschlagstoff für praktisch alle Substratmischungen.

Ben Beyer – Gründer von Florage
Gründer & Pflanzenexperte
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Als Gründer von Florage beschäftige ich mich seit über 6 Jahren intensiv mit Zimmerpflanzen – von der richtigen Pflege bis zur Auswahl der besten Sorten. Heute betreibe ich den größten deutschsprachigen Pflanzenblog und jeder Artikel basiert auf echtem Praxiswissen, nicht auf zusammengegoogleten Infos.
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