String of Hearts vermehren - 4 Methoden & Tipps
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String of Hearts vermehren - 4 Methoden & Tipps

Deine String of Hearts hängt seit Monaten wie ein grüner Vorhang von deinem Regal und du willst mehr davon. Gute Nachricht: Eine String of Hearts zu vermehren ist einfacher als ihre Pflege. Aus einem einzigen 20 cm langen Trieb ziehst du je nach Verfahren zwischen einer und fünfzehn neuen Pflanzen. Egal ob Stecklinge in Wasser, Brutknöllchen in Erde oder die Schmetterlingsmethode – bei sauberem Arbeiten liegt die Erfolgsquote über 80 %.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beste Jahreszeit: Frühjahr und Sommer (März bis September), im Winter nur mit Pflanzenlampe
  • 4 Methoden: Stecklinge in Wasser, Stecklinge in Erde, Brutknöllchen, Schmetterlingsmethode
  • Temperatur: 18–25 °C, Brutknöllchen bevorzugen 16–20 °C
  • Wurzeln sichtbar: in Wasser nach 1–2 Wochen, in Erde nach 2–6 Wochen
  • Erfolgsquote: Wasser 85–95 %, Erde direkt 70–80 %, Butterfly-Methode 60–75 %
  • Umtopfreif: sobald Wurzeln mindestens 2–3 cm lang sind

Wann kannst du deine String of Hearts vermehren?

Die String of Hearts vermehrst du am besten zwischen März und September. In dieser Wachstumsphase bildet die Ceropegia woodii neue Wurzeln deutlich schneller, weil sie aktiv Energie produziert. Im Winter funktioniert die Vermehrung zwar auch, aber die Wurzelbildung dauert dann leicht das Doppelte, und das Risiko für Fäulnis steigt durch kühlere Temperaturen und geringere Verdunstung.

Willst du außerhalb der Saison vermehren, brauchst du drei Dinge: einen hellen Standort mit Pflanzenlampe, mindestens 15 °C Raumtemperatur und eine sehr zurückhaltende Wasserdosierung. Unter 15 °C stellt die Pflanze die Wurzelbildung weitgehend ein. Stimmen die Bedingungen, klappt es auch im Januar – nur eben langsamer.

String of Hearts in Wasser vermehren: der einfachste Weg

Die Wassermethode ist der populärste Weg, eine String of Hearts zu vermehren – und gleichzeitig der mit der höchsten Erfolgsquote für Einsteiger. Du kannst den Prozess durch das Glas beobachten, bekommst schnell Wurzeln zu sehen und merkst sofort, wenn etwas schiefgeht.

So gehst du vor:

  1. Trieb schneiden: Wähle einen gesunden Strang und schneide mit einer sauberen Schere ein 10–20 cm langes Stück zwischen zwei Blattpaaren ab.
  2. Untere Blätter entfernen: Knipse die Blätter an den unteren 2–3 Blattknoten ab. An genau diesen Knoten bilden sich später die Wurzeln.
  3. Antrocknen lassen: Lass die Schnittstelle für ein paar Stunden, gerne auch über Nacht, an der Luft trocknen. Das verringert das Fäulnisrisiko deutlich.
  4. Ins Wasser stellen: Ein Glas mit zimmerwarmem Wasser reicht. Die Blattknoten müssen untergetaucht sein, die Blätter selbst dürfen das Wasser nicht berühren, sonst faulen sie.
  5. Standort wählen: Hell, aber ohne direkte Mittagssonne. Eine Ost- oder Westfensterbank ist perfekt.
  6. Wasser wechseln: Alle 3–4 Tage frisches Wasser nachfüllen, damit sich keine Bakterien ansammeln.

Nach 7–14 Tagen zeigen sich die ersten weißen Wurzelspitzen. Sobald sie 2–3 cm lang sind, darfst du die Stecklinge in durchlässiges Sukkulentensubstrat umtopfen. Wartest du länger, werden die Wurzeln zu fragil und brechen beim Einpflanzen leicht ab. Wenn die ersten Wurzeln da sind, ist Eile also sinnvoller als Geduld.

String of Hearts in Erde vermehren

Dieses Verfahren spart dir den Umtopfschritt und reduziert den Transplantationsstress. Der Nachteil: Du siehst nicht, was unter der Erdoberfläche passiert, und die Erfolgsquote liegt mit 70–80 % etwas unter der Wassermethode. Dafür wächst der Steckling nach dem Anwurzeln direkt weiter, ohne Pause.

Du schneidest die Triebe wie bei der Wassermethode zwischen zwei Blattpaaren, entfernst die unteren Blätter und lässt die Schnittstelle antrocknen. Statt ins Wasser drückst du die Stecklinge dann etwa 2 cm tief in ein Gemisch aus Kakteenerde und Perlite (Mischungsverhältnis 2:1). Der Topf braucht zwingend Drainagelöcher, sonst staut sich Wasser am Boden und die empfindlichen Knoten faulen.

Das Substrat hältst du in den ersten 2–3 Wochen leicht feucht, aber nie nass. Ein Anzuchthaus oder eine transparente Plastiktüte über dem Topf erhöht die Luftfeuchtigkeit und beschleunigt die Wurzelbildung. Nach 2–6 Wochen spürst du leichten Widerstand, wenn du vorsichtig am Steckling zupfst – das ist das Signal, dass sich Wurzeln gebildet haben.

String of Hearts über Brutknöllchen vermehren: das effizienteste Verfahren

Ältere String-of-Hearts-Pflanzen bilden beige bis hellbraune Knöllchen an den Blattknoten ihrer Triebe. Diese sogenannten Brutknöllchen sind ein natürlicher Vermehrungsmechanismus und wurzeln in Erde nahezu immer an. Die Erfolgsquote liegt bei rund 90 %, selbst bei winzigen Exemplaren, die gerade erst sichtbar werden.

Für die Vermehrung trennst du den Trieb direkt oberhalb des Knöllchens mit einer sauberen Schere ab und drückst das Knöllchen leicht in feuchtes Sukkulentensubstrat. Bedecken musst du es nicht – bei Fachleuten gilt die Leuchterblume als Lichtkeimer, die Knolle sollte also oberflächlich sichtbar bleiben. Eine dünne Sandschicht um die Knolle herum kann Fäulnis vorbeugen, ohne das Licht komplett zu blockieren.

Nach 2–4 Wochen treibt das Knöllchen nach oben aus und gleichzeitig wachsen Wurzeln nach unten. Bei Temperaturen zwischen 16 und 20 °C läuft der Prozess am zuverlässigsten. Pflanzt du mehrere Knöllchen gleichzeitig ein, bekommst du innerhalb weniger Monate einen buschig gefüllten Topf – der schnellste Weg zu einer optisch dichten Pflanze.

Eine Technik für besonders volle Töpfe: Wenn deine Leuchterblume lange Triebe mit mehreren Knöllchen hat, leg diese Triebe in einer Spirale um den eigenen Topf und drück die Knöllchen leicht ins Substrat, ohne sie von der Mutter zu trennen. Nach 4–6 Wochen wurzeln die Knöllchen an, und du hast eine dichter gewachsene Pflanze ohne Materialverlust. Das funktioniert auch bei anderen Hängepflanzen mit ähnlicher Wuchsform.

Schmetterlingsmethode: maximale Ausbeute aus wenig Material

Die Butterfly-Methode – auf Deutsch Schmetterlingsmethode – ist der Lieblingsweg für alle, die aus einem einzigen Trieb möglichst viele Pflanzen ziehen wollen. Du zerteilst einen 20 cm langen Trieb in 8–15 kleine Stücke, die jeweils ein Blattpaar und einen Knoten enthalten. Jedes dieser Stücke kann zu einer neuen Pflanze werden.

So funktionieren die Schnitte konkret: Du legst den Trieb auf eine Arbeitsfläche und schneidest jeweils etwa 1 cm vor und hinter jedem Blattpaar. Das Ergebnis sieht aus wie ein kleiner Schmetterling – zwei Blätter oben, ein kurzer Stängelrest unten, dazwischen der entscheidende Blattknoten. Diese Schnittstücke legst du mit dem Knoten nach unten auf feuchtes Sphagnummoos oder in eine dünne Schicht Substrat.

Abdeckung ist hier wichtig: Ein durchsichtiger Deckel oder eine Plastikfolie hält die Luftfeuchtigkeit hoch, und darunter wurzeln die Stücke innerhalb von 3–5 Wochen. Die Erfolgsquote liegt bei 60–75 % – niedriger als bei den anderen Verfahren, dafür ist die Ausbeute deutlich höher. Wer eine seltene Sorte wie die Ceropegia Woodii Variegata vermehren möchte, fährt mit der Schmetterlingsmethode am besten.

Welcher Weg passt zu deiner Situation?

Welches Verfahren du zum Vermehren deiner String of Hearts wählst, hängt davon ab, wie viele neue Pflanzen du willst, wie geduldig du bist und wie viel Ausgangsmaterial du hast. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

Verfahren Dauer bis Wurzeln Erfolgsquote Ausbeute pro Trieb Ideal für
Stecklinge in Wasser 7–14 Tage 85–95 % 1 Pflanze Einsteiger, schnelle Ergebnisse
Stecklinge in Erde 14–42 Tage 70–80 % 1 Pflanze Weniger Aufwand, kein Umtopfen
Brutknöllchen 14–28 Tage 85–95 % 1 pro Knolle Ältere Pflanzen mit Knöllchen
Schmetterlings-Variante 21–35 Tage 60–75 % 8–15 Pflanzen Seltene Sorten, maximale Ausbeute

Bei mir hat die Wassermethode in rund 90 % der Fälle funktioniert, während ich bei der Butterfly-Variante beim ersten Versuch etwa ein Drittel der Stücke verloren habe. Beim zweiten Anlauf mit Sphagnummoos statt Substrat lief es deutlich besser. Wenn du noch keine Mutterpflanze hast, findest du bei Florage verschiedene Größen – vom kleinen 15-cm-Exemplar bis zur 50 cm langen Ceropegia Woodii. Willst du deine String of Hearts aus dem Florage-Sortiment erstmals vermehren, starte mit der Wassermethode. Klappt sie, kannst du dich an anspruchsvollere Techniken wagen.

Was du nach dem Anwurzeln beachten solltest

Hast du deine String of Hearts erfolgreich vermehrt, sind die ersten Wochen nach dem Einpflanzen in Substrat die kritischste Phase. Die jungen Wurzeln sind extrem fein und reagieren empfindlich auf Staunässe. Gieße die Jungpflanzen nur, wenn die oberen 2 cm des Substrats trocken sind – das ist meist alle 7–10 Tage im Sommer und alle 14 Tage im Winter der Fall.

Düngen solltest du erst, wenn die Pflanze sichtbar wächst, also neue Blätter oder Triebe bildet. Das dauert meist 4–8 Wochen nach dem Umtopfen. Dann reicht alle 4–6 Wochen ein verdünnter Sukkulentendünger (halbe Dosierung) im Gießwasser. Überdüngen schadet den zarten Wurzeln mehr, als es der Pflanze nützt.

Wenn du viele neue Ableger auf einmal gezogen hast, bieten sie sich als Geschenk oder als Basis für einen dichten Topf an. Drei bis fünf Stecklinge in einen kleinen Topf gesetzt ergeben nach wenigen Monaten eine volle Ampelpflanze. Dasselbe Prinzip funktioniert übrigens auch bei anderen rankenden Zimmerpflanzen aus der Sukkulentenfamilie.

Typische Fehler beim String of Hearts Vermehren

Die häufigsten Probleme beim Vermehren der Leuchterblume lassen sich auf drei Ursachen zurückführen: zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Licht oder Temperaturen unter 15 °C. Die folgende Tabelle hilft dir bei der Diagnose:

Symptom Ursache Lösung
Schnittstelle wird braun und matschig Fäulnis durch zu feuchte Erde oder Wasser Neuen Schnitt setzen, länger antrocknen lassen, Substrat trocknen
Keine Wurzeln nach 3 Wochen Zu kalt (unter 15 °C) oder zu wenig Licht Wärmeren Standort wählen, Pflanzenlampe ergänzen
Blätter fallen ab Blätter berühren das Wasser Wasserstand senken, nur Knoten eintauchen
Knöllchen schimmelt Zu tief eingesetzt oder zu nass Neues Knöllchen oberflächlich platzieren, Sandschicht nutzen
Wurzeln bilden sich, aber keine neuen Triebe Pflanze noch in der Etablierungsphase (normal) 4–8 Wochen geduldig bleiben, nicht düngen

Ein weiterer häufiger Fehler: zu langes Warten in der Wasserphase. Sobald die Wurzeln 3 cm überschreiten, wird das Umtopfen schwieriger, weil sich die Wurzeln an Wasserbedingungen angepasst haben und erst wieder auf Erde umstellen müssen. Besser nach 2–3 cm umtopfen als nach 5 cm.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis String of Hearts Wurzeln bildet?

In Wasser erscheinen die ersten Wurzeln nach 7–14 Tagen, in Erde brauchen sie 2–6 Wochen. Brutknöllchen sind meist nach 2–4 Wochen angewurzelt. Bei Temperaturen unter 18 °C oder im Winter kann sich der Prozess um das Doppelte verzögern.

Kann ich String of Hearts auch im Winter vermehren?

Ja, aber es dauert länger und das Fäulnisrisiko ist höher. Du brauchst mindestens 15 °C Raumtemperatur, einen hellen Standort und idealerweise eine Pflanzenlampe. Wechsle das Wasser alle 2–3 Tage und halte Substrat besonders zurückhaltend feucht.

Wie groß müssen Brutknöllchen sein, um sie zu vermehren?

Selbst winzige Knöllchen von 3–5 mm wurzeln zuverlässig an, solange sie fest und nicht ausgetrocknet sind. Mittelgroße Exemplare ab 5 mm haben mehr Energiereserven und treiben schneller aus. Warte nicht, bis die Knöllchen besonders groß werden – die Größe zum Zeitpunkt der Abtrennung hat wenig Einfluss auf die Erfolgsquote.

Warum wurzeln meine Stecklinge nicht?

Die drei häufigsten Ursachen sind zu niedrige Temperaturen (unter 15 °C), zu wenig Licht oder Fäulnis an der Schnittstelle. Prüfe zuerst den Standort und die Temperatur. Bei Wasservermehrung wechsle alle 3–4 Tage das Wasser. Bei Erdvermehrung reduziere die Gießmenge – Staunässe ist der häufigste Killer junger Ableger.

Muss ich die Schnittstelle mit Bewurzelungshormon behandeln?

Nein, bei der String of Hearts ist das nicht nötig. Die Pflanze wurzelt so zuverlässig an, dass Bewurzelungshormon keinen messbaren Unterschied macht. Bei der Schmetterlingsmethode kann es die Erfolgsquote leicht erhöhen, aber auch hier ist es optional. Wichtiger sind ein sauberer Schnitt, ausreichendes Antrocknen und der richtige Standort.

Kann ich Stecklinge dauerhaft in Wasser lassen?

Theoretisch ja, praktisch nicht empfehlenswert. Die Pflanze wächst in Wasser deutlich langsamer, bildet schwächere Wurzeln und bleibt anfällig für Algen und Bakterien. Sobald die Wurzeln 2–3 cm lang sind, solltest du umtopfen. In Sukkulentensubstrat entwickelt sich die Pflanze dann schneller und robuster.

Ben Beyer
Gründer & Pflanzenexperte

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Als Gründer von Florage beschäftige ich mich seit über 6 Jahren intensiv mit Zimmerpflanzen, von der richtigen Pflege bis zur Auswahl der besten Sorten. Jeder Artikel basiert auf echtem Praxiswissen.

6+ Jahre Pflanzen-Erfahrung Florage-Gründer Größter Pflanzenblog DE
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