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Philodendron Gigas Pflege

Der Philodendron Gigas gehört, wie sein Name schon vermuten lässt, zu den größten Philodendron-Arten, die es gibt. Und die Nachfrage ist mindestens genauso groß, wie die Pflanze selbst. Wenn du deine Finger also an diese Art bekommst, solltest du nicht zögern!

Nicht nur die Größe und die Seltenheit machen diese Pflanze so besonders, auch ihre Farbe und Textur besonders. Die riesigen Blätter sind in einem schönen grün gefärbt und werden durch einen leichten braun, bzw. orangen Schein verschönert. Die Textur der Blätter ist nicht, wie man es erwarten würde, glatt, sondern samtig. Durch die dunklere Farbe stechen die hellen Blattadern besonders hervor.

Philodendron Gigas (klein)

Der Philodendron Gigas kommt ursprünglich aus Panama, wo er bis zu 20 Meter in die Höhe wächst. Dabei bildet er Blätter von bis zu einem Meter aus. Zum Glück wird diese Art in der Pflege nicht ganz so groß. Hier sind Größen von um die 3 Meter normal.

Substrat

Bei der Größe des Philodendron Gigas würde man sehr robuste und nicht empfindliche Wurzeln erwarten, dass ist jedoch nicht der Fall. Da der Philodendorn Gigias als Halbepiphyt wächst, sind seine Wurzeln im Grunde nur veränderte Luftwurzeln. Als solche brauchen sie ständig Sauerstoff, da sie sonst verfaulen.

Viele Leute pflanzen ihren Philodendron, wie alle ihre Pflanzen in normale Pflanzenerde. Für die meisten Pflanzen ist das auch vollkommen ok, jedoch nicht für Philodendren. In normaler Pflanzenerde kann der eben als so wichtig herausgestellte Zugang zu Sauerstoff nicht gewährleistet werden. Die Erde ist einfach zu dicht und zu kompakt, als dass irgendwo noch Raum für Luft wäre.

Zudem speichert die Pflanzenerde extrem viel Feuchtigkeit. Zum einen beschleunigt Feuchtigkeit das Verrotten der Wurzeln und zum andern wird durch diese Feuchtigkeit die Erde noch schwerer und erdrückt die Wurzeln.

Du siehst also, dass du für den Philodendron Gigas lieber die Finger von normaler Pflanzerde lassen solltest. Stattdessen solltest du lieber dein eigenes Substrat mischen oder ein Substrat speziell für Philodendren oder Aronstabgewächse kaufen.

Zum Selbermischen würde ich dir als Basis normale Pflanzenerde empfehlen. Diese kannst du mit Rinde, Sand oder Orchideenerde mischen. So entstehen viele Räume, durch die Luft zu deinen Wurzeln kommt. Außerdem gibst du den Wurzeln so etwas, an dem sie sich festhalten können. Zudem solltest du etwas Gärtnerkohle oder Kompost hinzufügen, um so organisches Material in das Substrat zu bringen. Um weiteren das Substrat etwas aufzulockern, würde ich dir Sand oder Perlit empfehlen (wobei Sand wesentlich nachhaltiger ist).

Luftfeuchtigkeit

Wie bereits erklärt, kommt der Philodendron Gigas aus dem Regenwald in Panama. Du kannst dir also sicherlich vorstellen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in seinem natürlichen Habitat ist. Wenn nicht, sage ich es dir – fast 100%.

Wichtig vorab: versuche bitte nicht, dein Zimmer auf 100% Luftfeuchtigkeit zu bringen. Durch die fehlende Zirkulation, würden sich ganz schnell Pilze bilden, welche dann nicht nur für deine Pflanze lebensgefährlich werden können.

Optimal für ein schönes Wachstum ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60% bis 75%.

Geringere Luftfeuchtigkeit wird zwar toleriert, jedoch durch braune Blattränder und Blattspitzen bestraft. Unter 40% sollte die Luftfeuchtigkeit niemals fallen.

Wichtig ist wie gesagt bei hoher Luftfeuchtigkeit, die Luftzirkulation zu erhöhen. Zwar sollte die Pflanze nicht im Zug stehen, jedoch sollte es auch nicht zur Stagnierung von feuchter, warmer Luft kommen, da dies quasi eine Einladung für Pilze ist.

Welche Temperatur braucht mein Philodendron Gigas?

Da diese Pflanze an tropische Temperaturen gewöhnt ist, solltest du Temperaturen zwischen 16 und 27°C anpeilen. In beide Richtungen ist jedoch eine langsame Gewöhnung wichtig, da der Philodendron Gigas starke Temperaturschwankungen hasst.

In der Nacht kann die Temperatur außerdem etwas gesenkt werden, um den natürlichen Tagesablauf zu simulieren.

Im Sommer kannst du ihn gerne in den Garten stellen, jedoch sollte hier besonders darauf geachtet werden, dass direktes Sonnenlicht vermieden wird. Zusätzlich muss der Philodendron Gigas auch hier langsam an die neuen Bedingungen gewöhnt werden. Sobald es kühler wird, solltest du deine Pflanze zudem wieder reinholen.

Gießen

Was zu viel Feuchtigkeit mit dem Boden und damit mit den Wurzeln deiner Pflanze macht, habe ich ja bereits erklärt. Daher kannst du sicher verstehen, dass du beim Gießen aufpassen musst. Gleich zu Beginn will ich sagen: lieber einmal zu wenig, als einmal zu viel gießen.

Wenn es geht, solltest du dennoch versuchen weder zu viel noch zu wenig gießen. Das ist jedoch am Anfang sehr schwer, da bei jedem die Bedingungen verschieden sind und man so seinen eigenen Rhythmus finden muss. Generell solltest du dir merken, dass du deinen Philodendron Gigas nur gießen solltest, wenn die ersten paar Zentimeter Erde trocken sind.

Wie viel Licht braucht mein Philodendron Gigas?

In der Natur kommt der Philodendron nangaritense eigentlich im Schatten der großen Bäume vor, liebt jedoch in der Pflege helles, indirektes Licht.

Das liegt an einer wesentlich höheren Intensität der Sonne in seinem Herkunftsland. Direktes Licht sollte vermieden werden, da dieses die Blätter deines Philodendrons verbrennt.

Wie häufig muss ich den Gigas düngen?

Der Philodendron Gigas benötigt unbedingt regelmäßige Dünger, immerhin ist er Regenwaldboden gewöhnt, welcher voller organischer Materie ist. Am besten eignen sich hochwertige Grünpflanzendünger oder spezielle Philodendrondünger. Da der Philodendron Gigas relativ schnell wächst, solltest du die empfohlene Düngmenge des Düngers deiner Wahl geben.

Im Winter sollte die Dosierung stark reduziert werden, da hier weniger Nährstoffe verbraucht werden und zu viele Nährstoffe im Boden die Wurzeln beschädigen können. Um dies zu verhindern, kannst du die übliche Dosis einfach alle 8 Wochen geben oder eine Dosis auf 8 Wochen aufteilen.

Falls du das Gefühl hast, deine Pflanze überdüngt zu haben, kannst du den Boden ausspülen, bis das Wasser sich nicht mehr verfärbt.

Philodendron Gigas vermehren

Deinen Philodendron Gigas kannst du über drei Wege vermehren:

Über Samen vermehren

Da Samen des Philodendron Gigas äußerst selten sind und es quasi unmöglich ist, diese selber zu züchten, ist die Vermehrung über Samen nicht empfehlenswert.

Über Stecklinge vermehren

Die Vermehrung über Stecklinge ist eine gute Methode der Vermehrung, um einen genauen Klon der Mutterpflanze zu erhalten.

Mögliche Stecklinge finden

  • Jeder Steckling sollte mindestens ein Blatt, eine Knospe und bestenfalls Wurzeln besitzen

Bereite deine Klinge vor

  • Deine Klinge sollte sauber und scharf sein
  • Die Klinge sollte desinfiziert werden, da so das Risiko für Infektionen deutlich gesenkt wird

Steckling schneiden

  • Durchtrenne den Spross an der von dir ausgewählten Stelle mit einem glatten Schnitt

Schnittwunden behandeln

  • Dafür kannst entweder ein Fungizid, Zimt oder Aktivkohle aufgetragen werden
  • Dies verhindert Pilzinfektionen und befördert die Heilung

Stecklinge bewurzeln

  • Da dein Steckling noch keine Wurzeln hat, kannst du ihn in Wasser oder Sphagnum Moos stellen, anstatt ihn gleich ins Substrat zu Pflanzen

Stelle den Steckling an einen warmen Ort

  • Nach einigen Wochen, solltest du erste Wurzeln sehen
  • Jetzt kannst du deinen Philodendron Gigas in das Substrat deiner Wahl pflanzen

Abmoosen

Eine weitere Variante, bei der man einen Klon der Pflanze erschafft und somit die Merkmale beibehält, ist das Abmoosen. Diese für viele anscheinend noch relativ unbekannte Art der Vermehrung wird häufig in der Gärtnerei zur Vermehrung von Bäumen genutzt.

Bei dieser Methode gehst du wie folgt vor:

Verwunde deine Pflanze

  • benutze eine sterile Klinge
  • der Schnitt sollte circa 5cm lang und 3-5cm tief sein

Die Wunde offen halten

  • die Wunde muss offen bleiben, damit sich Wurzeln bilden
  • um sie offenzuhalten kannst, du einen Zahnstocher verwenden

Die Wunde bemoosen

  • jetzt solltest du die Wunde mit Moos bedecken
  • das Moos sollte nass sein
  • am besten eignet sich Sphagnum-Moos
  • falls das Moos nicht an der Wunde hält, kannst du es festbinden
  • optional kannst du Wurzelhormone einsetzen, um den Prozess zu beschleunigen

In Folie einpacken

  • nimm nun Frischhaltefolie und verbinde damit die Wunde
  • die Folie sollte fest genug sein, um das Moos festzuhalten
  • du kannst auch Klebeband nutzen um die Folie festzubinden

Einpflanzen

  • nach einem Monat können sich erste Wurzeln zeigen
  • sobald die Wurzeln 8cm erreicht haben, kannst du sie pflanzen
  • löse die Tochterpflanze aus der Mutterpflanze
  • nun kannst du pflanzen

Du willst mehr über Philodendren lernen?

Dann schau dir doch mal unseren Beitrag über den Philodendron an. Dort findest du einen Beitrag über fast alle Philodendron-Arten und Antworten auf weitere häufig gestellte Fragen zum Thema.

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