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Philodendron Spiritus Sancti Pflege

Der Philodendron Spiritus Sancti klingt nicht nur heilig, sondern das ist er auch. Zumindest für Pflanzen-Enthusiasten auf der ganzen Welt. Seine riesigen, langen Blätter machen in zu der wohl am meisten gesuchten, aber auch zur seltensten Pflanze.

Ursprünglich kommt diese Art aus Brasilien, um genau zu sein, aus Espirito Santo. Dort wächst sie an einem einzigen Ort in der Nähe der Stadt Domingos Martins. Der Spiritus Sancti wächst dort in einem Abschnitt des Regenwaldes in 800 Meter Höhe.

Da sie nur in diesem Gebiet vorkommt und es häufig zu Entnahmen aus der Wildnis kam, gibt es in der Natur nur noch eine handvoll Individuen. Die letzten freilebenden ihrer Art leben alle auf einem Privatgrundstück – der Kautsky Farm.

Durch die Seltenheit dieser Art sind die Preise extrem hoch. So kann man für bereits bewurzelte Pflanzen mit über 1000€ rechnen. Langsam beginnen die Preise jedoch zu fallen, da es mittlerweile möglich ist den Philodendron Spiritus Sancti in Gewebekulturen zu züchten.

Wachstum

Unter optimalen Bedingungen gehört der Philodendron Spiritus Sancti zu den sehr schnell wachsenden Arten. So kannst du bei dieser Art im Sommer mit bis zu 3 neuen Blättern pro Monat rechnen.

Die Blätter des Philodendron Spiritus Sancti werden bis zu 75 Zentimeter lang. Die Pflanze selbst kann in der Wildnis Größen von bis zu 20 Meter erreichen. Jedoch sind solche Größen in der Pflege unwahrscheinlich. Hier solltest du eher mit 3 Metern Höhe rechnen.

Temperatur

Obwohl der Philodendron Spiritus Sancit in seinem natürlichen Gebiet auf 800 Meter Höhe lebt, liebt er sommerliche Temperaturen. Das liegt daran, dass es in Brasilien selbst in 800 Meter Höhe sehr warm ist.

Generell solltest du Temperaturen zwischen 16 und 27°C anpeilen. In beide Richtungen ist jedoch eine langsame Gewöhnung wichtig, da der Philodendron Spiritus Sancti starke Temperaturschwankungen hasst. Optimal sind 24 – 28°C.

In der Nacht kann die Temperatur außerdem etwas gesenkt werden, um den natürlichen Tagesablauf zu simulieren.

Im Sommer kannst du ihn gerne in den Garten stellen, jedoch sollte hier besonders darauf geachtet werden, dass direktes Sonnenlicht vermieden wird. Zusätzlich muss der Philodendron Spiritus Sancti auch hier langsam an die neuen Bedingungen gewöhnt werden. Sobald es kühler wird, solltest du deine Pflanze zudem wieder reinholen.

Substrat

Für die Größe des Philodendron Spiritus Sancti würde man sehr robuste und nicht zarte Wurzeln erwarten, dies ist nicht der Fall. Da Philodendron Spiritus Sancti als Halbepiphyt wächst, sind seine Wurzeln im Wesentlichen nur Luftwurzeln. Als solche brauchen sie ständig Sauerstoff, da sie sonst verfaulen.

Viele Menschen pflanzen sie wie alle ihre Pflanzen in normale Blumenerde. Dies ist für die meisten Pflanzen vollkommen in Ordnung, aber nicht für Philodendren. Bei normaler Blumenerde ist der Sauerstoffzugang, dessen Bedeutung bereits erwähnt, nicht gewährleistet. Die Erde ist einfach zu dicht und zu kompakt, als dass dort Platz für Luft wäre.

Außerdem speichert Blumenerde viel Feuchtigkeit. Einerseits beschleunigt die Feuchtigkeit das Verrotten der Wurzeln, andererseits beschwert diese Feuchtigkeit den Boden wieder und zerdrückt die Wurzeln.

Du siehst also, dass du für den Philodendron Spiritus Sancti lieber die Finger von normaler Pflanzerde lassen solltest. Stattdessen solltest du lieber dein eigenes Substrat mischen oder ein Substrat speziell für Philodendren oder Aronstabgewächse kaufen.

Zum Selbermischen würde ich dir als Basis normale Pflanzenerde empfehlen. Diese kannst du mit Rinde, Sand oder Orchideenerde mischen. So entstehen viele Räume, durch die Luft zu deinen Wurzeln kommt. Obendrein gibst du den Wurzeln so etwas, an dem sie sich festhalten können. Zudem solltest du etwas Gärtnerkohle oder Kompost hinzufügen, um so organisches Material in das Substrat zu bringen. Um weiteren das Substrat etwas aufzulockern, würde ich dir Sand oder Perlit empfehlen (wobei Sand wesentlich nachhaltiger ist).

Licht/Standort

Zwar wächst der Spiritus Sancti in der Naur im Schatten der Bäume, jedoch würde ich dir nicht empfehlen diese Art an einen dunklen Ort zu stellen. Und das, obwohl Philodendren häufig als Pflanzen für schattige Plätze verkauft werden (falscherweise).

Grund dafür sind unsere Fenster, welche bis zu 40% des Sonnenlichts bzw. der UV-Strahlung filtern. Bei deiner Pflanze kommen also 40% weniger Energie an. Um diese 40% auszugleichen, solltest du den Spiritus Sancti an einen hellen Ort stellen.

Er hasst jedoch direktes Sonnenlicht, wodurch das Südfenster nicht der beste Standort ist. Wenn er doch zu viel direktes Sonnenlicht abbekommt, verbrennen die Blätter ziemlich schnell. Das ist besonders schade, wenn die wunderbaren orangen Blätter betroffen sind, da sich durch die Verbrennung irreversible braune Stellen bilden.

Luftfeuchtigkeit

Als Tropenpflanze liebt der Philodendron Spiritus Sancti eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese sollte bei dir Zuhause jedoch nicht an den Regenwald angepasst werden (im Regenwald herrschen bis zu 100% Luftfeuchtigkeit), da sich sonst schnell ein Pilzbefall ausbreitet.

Optimal scheinen hier zwischen 70 und 85% zu sein, über 60% sollte die Luftfeuchtigkeit auf jeden Fall liegen. Um solch eine Luftfeuchtigkeit zu erreichen, gibt es diverse Methoden, welche ich gleich erklären werde.

Bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 60% wächst diese Pflanze, jedoch vertrocknet sie sehr schnell, wodurch sich unschöne braune Flecken bilden, welche nicht wieder grün werden.

Vermehren

Zum vermehren hat man beim Philodendron Spiritus Sancti 3 Optionen:

  • Samen
  • Stecklinge
  • Abmoosen

Samen sind jedoch nicht zu empfehlen, da diese sehr schwer zu bekommen sind.

Sprossstecklinge

Um deinen Philodendron Spiritus Sancti über Spossstecklinge zu vermehren gehst du wie folgt vor:

  • Suche einen gesunden Spross (jeder Spross sollte mindestens einen Knoten und optional ein paar Blätter haben)
  • Schneide mit einem sterilen Werkzeug unterhalb des Knoten
  • Jetzt kannst du deinen Sprosssteckling entweder in Wasser oder direkt in deine Philodendronerde packen
  • Als Zusatz kannst du noch Wurzelhormone einsetzen
  • Stelle deinen Sprosssteckling an einen warmen Ort mit viel indirektem Sonnenlicht
  • Nach einigen Wochen solltest du Wurzeln sehen

Abmoosen

Eine weitere Variante, bei der man einen Klon der Pflanze erschafft und somit die Merkmale beibehält, ist das Abmoosen. Diese für viele anscheinend noch relativ unbekannte Art der Vermehrung wird häufig in der Gärtnerei zur Vermehrung von Bäumen genutzt.

Bei dieser Methode gehst du wie folgt vor:

Verwunde deine Pflanze

  • benutze eine sterile Klinge
  • der Schnitt sollte circa 5cm lang und 3-5cm tief sein

Die Wunde offen halten

  • die Wunde muss offen bleiben, damit sich Wurzeln bilden
  • um sie offenzuhalten kannst, du einen Zahnstocher verwenden

Die Wunde bemoosen

  • jetzt solltest du die Wunde mit Moos bedecken
  • das Moos sollte nass sein
  • am besten eignet sich Sphagnum-Moos
  • falls das Moos nicht an der Wunde hält, kannst du es festbinden
  • optional kannst du Wurzelhormone einsetzen, um den Prozess zu beschleunigen

In Folie einpacken

  • nimm nun Frischhaltefolie und verbinde damit die Wunde
  • die Folie sollte fest genug sein, um das Moos festzuhalten
  • du kannst auch Klebeband nutzen um die Folie festzubinden

Einpflanzen

  • nach einem Monat können sich erste Wurzeln zeigen
  • sobald die Wurzeln 8cm erreicht haben, kannst du sie pflanzen
  • löse die Tochterpflanze aus der Mutterpflanze
  • nun kannst du pflanzen

Muss ich den Philodendron Spiritus Sancti gießen?

Da der Philodendron Spiritus Sancti sehr schnell wächst, ist Düngen ein Muss. Daher empfehle ich dir deinen Mamei regelmäßig zu düngen, da er so deutlich schneller wächst und größere Blätter ausbildet.

Ich empfehle dir einen hochwertigen Flüssigdünger in der empfohlenen Ration alle 2-6 Wochen zu geben. Am besten probierst du hier selber rum, da jede Pflanze anders ist. Wichtig ist nur: lieber zu wenig düngen als zu viel.

Zu viel Dünger greift deine Wurzeln an, da die Nährstoffe in industriellen Düngern in Form von Salzen enthalten sind. Wenn du also zu viel düngst und deine Pflanze die Nährstoffe nicht verbraucht, sammelt sich Salz an. Und was Salz mit den Wurzeln deiner Pflanze macht, kannst du dir sicher vorstellen.

Aus diesem Grund solltest du im Winter deine Pflanzen weniger düngen, da sie zu dieser Zeit langsamer bzw. weniger wachsen. Dadurch verbrauchen sie weniger Nährstoffe.

Du willst mehr über Philodendren lernen?

Dann schau dir doch mal unseren Beitrag über den Philodendron an. Dort findest du einen Beitrag über fast alle Philodendron-Arten und Antworten auf weitere häufig gestellte Fragen zum Thema.

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